Erbhof

Geschichte

In Memoiran an

Hermann Haueis, 1911 – 2006, war Land- und Gastwirt, Bürgermeister von Zams und ein begeisterter Jäger,
seine Frau, Margarete Haueis, geb. Braun, 1921 – 2009 , Mutter von zehn Kindern, war eine außerordentliche
Persönlichkeit und wurde mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet.

„Gastgeben" und Gastlichkeit aus Tradition.

Sie treten über die Türschwelle und setzen den Fuß auf den rustikalen Steinboden der Eingangshalle.
Zu Ihrer Linken erzählen Portraits die Geschichte der Familie Haueis, während Sie zu Ihrer Rechten die
bäuerlichen Holztruhen und Jagdtrophäen bewundern können. Sein besonderes Ambiente verrät,
dass in diesem Haus schon zahlreiche Ereignisse stattgefunden haben.

Bereits vor den Römern ( 753 v.Chr.-416 n.Chr. ) hatten hier schon die Räten
(Rätien seit 15 v.Chr. römische Provinz ) eine Unterkunft.
Man kann sich vorstellen, dass den Römern dieser Platz sehr gefallen haben muss.
Mit großer Sicherheit war dieses Haus bereits seit 726 n.Chr. eine Herberge.
Bis 1726 gehörte es der Familie Zobl. Seit dem ist es im Besitz der Familie Haueis.
Gewölbe und Mauern des Gebäudes wurden aus Steinen aus dem Inn gebaut.
1911 brannte fast das gesamte Dorf ab, wobei auch unser Haus davon schwer betroffen war.
Die Haupterwerbsquelle unserer Familie war zuerst die Landwirtschaft, später der Weinhandel und die Pferdezucht.
Es erfolgte die Gründung des ersten Haflingerpferde-Zuchtverbandes im Jahre 1921, dessen Obmann der damalige
Gastwirt Hermann Haueis war. Während der Freiheitskämpfe ( Napoleon ) hat die kaisertreue Familie eine
wichtige Rolle gespielt.

Im 1. und 2. Weltkrieg war unser Haus Stützpunkt der italienischen, französischen und amerikanischen Besatzung,
wodurch leider einige wertvolle Einrichtungsgegenstände beschädigt wurden oder sogar verloren gingen.
Die Einschusslöcher im Pendel der Gaststubenuhr erinnern daran, dass Soldaten aus dem gegenüberliegenden
Speisesaal darauf schossen und es als Zielscheibe benutzten.
Das Kreuz über dem runden Tisch, ein uraltes Totenkreuz, könnte am besten von Leid und Not erzählen.
Die geschnitzten Stühle in der Gaststube wurden nach einem Original aus dem 18. Jhdt. gefertigt,
welches damals in der Gaststube stand.